Global Markets Sunday News
Tops der Woche
Circle Internet +32,4 %: Das Unternehmen profitierte vom steigenden Handelsvolumen seines wichtigsten Stablecoin, dem USDC. Dieser Aufwärtstrend wird durch günstige Vorschriften für an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins getragen. Sowohl der Gesamtumsatz als auch die Reserveerträge stiegen um 77% und lagen damit über den Analystenschätzungen.
Nordex +26,9 %: Der deutsche Windkraftanlagenhersteller hat sein mittelfristiges EBITDA-Margenziel angehoben. Der Ausblick lag deutlich über den Marktschätzungen und der Auftragsbestand erreichte ein neues Rekordvolumen.
IonQ +20,28 %: Nach der Veröffentlichung deutlich besserer Geschäftszahlen legte der Titel zu. Im letzten Quartal 2025 hatte sich der Umsatz fast versechsfacht, und IonQ wurde als Vertragspartner für das SHIELD-Programm der Missile Defense Agency (MDA) zum Aufbau des Raketenschutzschilds Golden Dome zugelassen.
Indra +16,1 %: Dank der von der spanischen Regierung vorangetriebenen Modernisierungsprogramme schossen die Auftragseingänge des Spezialisten für Verteidigung und Flugsicherung in die Höhe. Die ausgegebenen Ziele gehen weit über die ursprüngliche strategische Planung hinaus und werden durch Großaufträge aus dem Verteidigungssektor gestützt.
Engie +10 %: Mit der Übernahme von UK Power Networks vollzieht der französische Energiekonzern seine bislang größte Transaktion und fokussiert sich damit neu auf regulierte Stromnetze. Infolgedessen wird das Vereinigte Königreich für Engie zum zweitgrößten Markt. Auch der angehobene Ausblick überzeugt die Anleger.
Technip Energies +8,54 %: Das Unternehmen hat einen Großauftrag in Katar für zwei große LNG-Verflüssigungsanlagen erhalten, die den bereits im Bau befindlichen Anlagen entsprechen. Der Erfolg lässt die rückläufigen Auftragseingänge des französischen Energietechnik-Anbieters in den Hintergrund treten.
Flops der Woche
UCB -8,62 %: Nach über den Erwartungen liegenden Geschäftszahlen kam es zu Gewinnmitnahmen, denn das Bewertungsniveau ist nach einem spektakulären Anstieg über zwei Jahre inzwischen zu hoch. Das belgische Pharmaunternehmen weist trotz des starken Umsatzwachstums des Medikaments Bimzelx das branchenweit höchste KGV auf.
Diageo -10,18 %: Der neue CEO des Spirituosenherstellers halbierte die Dividende, revidierte den Ausblick nach unten und drohte mit einem Preiskampf. Darunter litten auch Pernod Ricard und Rémy Cointreau, denn deren Kurse sind infolge einer befürchteten allgemeinen Margenerosion ebenfalls eingebrochen.
Mercado Libre -11,98 %: Der führende Online-Marktplatz Lateinamerikas hat gemischte Zahlen veröffentlicht. Hohe Aufwendungen für Werbung, Logistik sowie Rückstellungen für Kredite belasteten die Rentabilität und ließen die operative Marge auf 10,1% sinken.
Oxford BioMedica -16,29 %: Angesichts des stark steigenden Umsatzes und solider Aussichten im Bereich der viralen Vektoren lehnte der Vorstand das Übernahmeangebot von EQT als unzureichend ab.
Novo Nordisk -20,96 %: Schwerer Rückschlag für Cagrisema: Das Abnehmmedikament ist dem Konkurrenzpräparat Zepbound von Eli Lilly im direkten Vergleich unterlegen und lässt damit die großen Hoffnungen des dänischen Pharmakonzerns zerplatzen. Hinzu kommt der drastische Preisverfall von Wegovy und Ozempic in den Vereinigten Staaten, der die Zweifel wachsen lässt, ob und inwieweit Novo Nordisk seiner Rolle als Vorreiter im Bereich der Adipositasmedikamente weiterhin gerecht werden kann.
Syensqo -37,94 %: Der die Erwartungen deutlich verfehlende Ausblick für 2026 lässt das Wachstumsnarrativ des belgischen Chemieunternehmens zerschellen. Für den Bereich Spezialpolymere geht es in der Elektronik- und Automobilindustrie bergab.
Rohstoffe
Energie: Die Entwicklungen am Erdölmarkt verliefen synchron zu den Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Der Preis für ein Barrel schwarzes Gold schwankte in der vergangenen Woche stark, je nachdem, ob die Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung oder die Furcht vor einer militärischen Eskalation Oberwasser hatten. Zum Ende der Woche ergab sich jedoch ein recht stabiles Bild: Rohöl der Sorte Brent notierte im Bereich von 73 USD, die US-Referenzsorte WTI bei rund 67,30 USD. Die Gespräche zwischen Washington und Teheran in Genf dominierten die Nachrichtenlage. Zwar wurden Fortschritte signalisiert, die eine vorübergehende Verringerung des geopolitischen Risikoaufschlags zulassen, doch die Unsicherheit bleibt. Donald Trump hält seine starke militärische Präsenz im Nahen Osten aufrecht und fordert vom Iran einen dauerhaften Stopp der Urananreicherung. Teheran will aber sein Atomprogramm nicht vollständig aufgeben. Eine diplomatische Einigung könnte die Ölpreise deutlich abrutschen lassen, während ein Scheitern der Verhandlungen und eine Militäraktion der USA die Gefahr einer Versorgungsstörung in der Straße von Hormus erhöhen würden. In der kommenden Woche wollen die Parteien in Wien an den Verhandlungstisch zurückkehren, um technische Fragen zu erörtern. Mit Blick auf die Fundamentaldaten sehen wir in den USA einen spektakulären Anstieg der Vorräte um mehr als 16 Millionen Barrel und damit das stärkste Wochenplus seit drei Jahren. Ursächlich für diese hohen Rohölbestände sind steigende Importe, rückläufige Exporte sowie eine Verringerung der Raffinerie-Aktivitäten. Die Daten bestätigen, dass der physische Markt weiterhin gut versorgt, wenn nicht sogar überversorgt ist. Ungeachtet dieser Aussichten scheint die OPEC+ eine Änderung ihrer Strategie zu erwägen. Auf der Sitzung am 1. März könnte einer Erhöhung der Fördermenge ab April zugestimmt werden.
Metalle: Gold blieb auf seinem Aufwärtspfad, gipfelte bei 5.200 USD und etablierte sich deutlich oberhalb der psychologischen Schwelle von 5.000 USD je Feinunze. Wie von uns bereits mehrfach erläutert, beruht der Anstieg auf dem hohen Sicherheitsbedürfnis der Anleger, das der Hausse weiterhin als wichtigster Katalysator dient. Trotz der Verhandlungen in Genf vergrößerten die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran den geopolitischen Risikoaufschlag. Auch die Unsicherheit hinsichtlich der US-Handels- und Zollpolitik verstärkt die Attraktivität der Edelmetalle. Zu guter Letzt sorgen die rückläufigen Renditen bei US-Staatsanleihen für geringere Opportunitätskosten beim Halten von Gold. Im Segment der Industriemetalle verfolgen die Marktteilnehmer aufmerksam die Daten aus China, dessen Märkte nach dem Neujahrsfest wieder geöffnet haben. Der Preis für eine Tonne Kupfer hielt sich in London recht stabil bei 13.300 USD (Spotpreis).
Agrarrohstoffe: Der Kakaopreis setzte seinen Abwärtstrend in den USA fort. Auf dem Weltmarkt hat Kakao die Marke von 3.000 USD je Tonne unterschritten und damit sein niedrigstes Niveau seit April 2023 erreicht. Der Absturz vollzog sich in einem rasanten Tempo: Seit dem 1. Januar ist der Kakaopreis um 50% gesunken. Dies lässt sich durch bessere Witterungsbedingungen in Westafrika erklären, die das Angebot steigen lassen, während die Nachfrage schwächelt. Weizen tendierte in Chicago weiter nach oben und schloss bei 587 Cent je Scheffel (Kontrakt mit Fälligkeit Mai 2026). Auch der Maispreis beendete die Woche in positivem Terrain (447 Cent je Scheffel).
Kryptowährungen: Auch diese Woche musste der Bitcoin weiter Federn lassen. Der Kurs ist nun die sechste Woche in Folge rückläufig. Seit Montag gab der BTC weitere 2,30% ab und fiel erneut unter die Marke von 66.000 USD. Wie auch in den vergangenen Wochen sind die Gründe für die Talfahrt dieselben: Technologiewerte stehen nach wie vor stark unter Druck, und die ähnlichen Mustern folgenden Krypto-Assets verlieren (bei allerdings deutlich höherer Volatilität) in den Anlageportfolios an Wert. Dieser Trend zeigt sich auch in den Kapitalflüssen der Bitcoin-Spot-ETFs: Das verwaltete Gesamtvermögen sank weiter um 200 Mio. USD auf 85 Mrd. USD – ein Rückgang von mehr als 50% seit Oktober 2025. Die Gesamtkapitalisierung des Kryptomarktes fiel auf rund 2,250 Bio. USD und war damit so niedrig wie seit Ende 2024 nicht mehr. Unter den anderen wichtigen Kryptowährungen verharrte der Ether (ETH) bei rund 1.950 USD. Auch der Solana (SOL) trat bei 82 USD auf der Stelle. Der XRP (XRP) fiel hingegen um 1,74% auf 1,36 USD.