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Global Markets Sunday News
KI bringt Sektorgewissheiten ins Wanken
Das Tagesgeschehen ist nach wie vor von der Berichtssaison geprägt, und die Anleger suchen weiter nach dem nächsten Opfer des KI-Booms. Nachdem die Softwarebranche bereits Federn lassen musste, gerieten nun weitere Sektoren unter Druck. Die US-Indizes drehten diese Woche folglich ins Minus, während ihre europäischen Pendants dank solider Geschäftszahlen mehrerer Börsenschwergewichte weitgehend seitwärts tendierten.
Tops der Woche
Schroders +28,12%: Der in London ansässige Vermögensverwalter hatte zunächst solide Zahlen veröffentlicht, bevor er wie der gesamte Sektor infolge der Unsicherheit rund um die künstliche Intelligenz ins Straucheln geriet. Zuletzt zog der Kurs wieder an, nachdem die Übernahme durch den US-Mitbewerber Nuveen für 10 Mrd. GBP bekannt gegeben worden war.
Embracer +23,95%: Der schwedische Videospielentwickler, der kürzlich in drei Gesellschaften aufgespalten worden war, übertraf dank seiner historischen Lizenzen die Erwartungen. Für die Aktie ging es daraufhin bergauf, und die Analysten honorierten die Rückbesinnung auf das Kerngeschäft, indem sie ihre Empfehlung anhoben.
Ferrari +14,7%: Die Geschäftszahlen des Luxusautoherstellers fielen über Erwarten gut aus. Zudem hob das Unternehmen seinen Ausblick an, denn die Auftragsbücher sind bis Ende 2027 prall gefüllt. Nach der Vorstellung des ersten rein elektrisch angetriebenen Ferrari-Modells Luce zog der Titel kräftig an.
STMicroelectronics +14,28%: Der Chiphersteller legte nach der Besiegelung einer mehrjährigen Partnerschaft mit AWS im Volumen von mehreren Milliarden US-Dollar, die auch Optionsscheine auf 24,8 Millionen Aktien umfasst, kräftig zu. Darüber hinaus stellte das Unternehmen seinen Automobil-Mikrocontroller Stellar P3E mit integrierter KI-Beschleunigung vor.
Ahold +13,9%: Über den Erwartungen liegende Quartalszahlen beflügelten die niederländische Supermarktkette. Hinzu kamen die positive Margenentwicklung in den USA und das profitable E-Commerce-Segment. Hinzugewonnene Marktanteile veranlassten die Analysten von Bernstein zu einer Anhebung des Kursziels.
Ipsen +13,67%: Das auf Medikamente für die Onkologie und die Behandlung seltener Erkrankungen fokussierte Pharmaunternehmen verbuchte diese Woche ein deutliches Kursplus. Bei den Geschäftszahlen ragten insbesondere der Umsatzzuwachs und die deutliche Steigerung der operativen Rentabilität heraus. Die Performance des Titels steht auch im Einklang mit den für 2026 ausgegebenen anspruchsvollen Zielen.
Kering +10,19%: Dem französischen Luxusgüterkonzern kam ein über den Erwartungen liegendes viertes Quartal zugute. Nach einem von einem schwierigen Umfeld geprägten Geschäftsjahr 2025 sind nun erste Anzeichen für eine Erholung bei Gucci erkennbar. Die neuen Kollektionen und die vom neuen Unternehmenschef Luca de Meo in Aussicht gestellte strategische Planung konnten den Markt überzeugen.
Flops der Woche
Adyen -20,94%: Der Kurs des niederländischen Fintech-Unternehmens rauschte in den Keller, nachdem der Markt den Ausblick für 2026 als zu konservativ eingeschätzt hatte. Den Anlegern zufolge steht die unzureichende Margenstabilität im Widerspruch zum hohen Bewertungsniveau des Titels. Der Kurs ist nach wie vor weit vom historischen Niveau entfernt, was die Bedenken der Anleger gegenüber dem Fintech-Sektor nur noch verstärkt.
Dassault Systèmes -19,91%: Nachdem der Marktführer für Software zum Management des Produktlebenszyklus enttäuschende Zahlen vorgelegt hatte, setzte die Aktie ihre Talfahrt fort. Das Unternehmen war bereits von den auf den Softwareanbietern angesichts des KI-Booms lastenden Sorgen betroffen. Die Wachstumsaussichten bleiben hinter den Markterwartungen zurück.
Magnum -14,05%: Die aus der Abspaltung von Unilever hervorgegangene Eismarke vermeldete einen rückläufigen Gewinn und ein stagnierendes Wachstum. Dennoch hält das Unternehmen an seinem Ausblick fest und rechnet mit einem allmählichen Anstieg der Rentabilität und einem Umsatzzuwachs.
Delivery Hero -15,23%: Den deutschen Essenslieferdienst belastet die für die Tochtergesellschaft Talabat (die 70% des Konzern-EBITDA generiert) vorgelegte enttäuschende Prognose für 2026. Infolgedessen muss das Unternehmen Kurseinbrüche gleich in Serie verkraften und die Analysten ziehen in Zweifel, ob Delivery Hero kurzfristig überhaupt noch Werte schaffen kann.
St. James’s Place -16,74%: Den britischen Vermögensverwalter belastete die allgemeine Skepsis gegenüber dem Sektor. Die Anleger befürchten, dass KI-Tools die Finanzberatung erheblich verändern und den angestammten Anbietern zu schaffen machen könnten.
Eramet -11,83%: Für den Bergbaukonzern verlief die Woche schwierig: Der CEO wurde zum Rücktritt gedrängt und die Ratingagentur Fitch stufte die Bonität auf B herab – eine sehr schwache Bewertung, die aber auch dem hohen Verschuldungsgrad des Unternehmens entspricht.
Rohstoffe
Energie: An den Rohölmärkten ist die Zurückhaltung geradezu mit Händen zu greifen. Ablesbar ist sie allein schon am Wochenverlauf der Preise für die Sorten Brent und WTI. Im Kerzenchart zeigen sich bei den letzten Candlesticks deutliche Ausschläge, die die fehlende Gerichtetheit der Entwicklung unterstreichen. So stieg der Preis der Nordseesorte Brent erneut über die Marke von 70 USD je Barrel, nur um dann wieder auf rund 67,6 USD zu fallen. Gleiches gilt für das US-Pendant WTI, dessen Preis zunächst auf 65,80 USD anzog und in der Folge auf ein Wochentief von 62,90 USD sank. Der Rückgang ist auf die düsteren Nachfrageprognosen in Verbindung mit den nachlassenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran zurückzuführen. Der jüngste Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) versetzte dem Markt einen heftigen Stimmungsdämpfer. Die Agentur verwies auf das am Markt zunehmende Ungleichgewicht, denn dem aktuellen Überangebot stehen Prognosen gegenüber, wonach sich die Nachfrage in diesem Jahr abschwächen dürfte. Unterdessen haben sich die Befürchtungen einer unmittelbar bevorstehenden Eskalation im Nahen Osten erst einmal verflüchtigt. US-Präsident Donald Trump bekräftigte seine Bereitschaft, die Atomverhandlungen mit dem Iran fortzusetzen, erteilte dem Wunsch Israels nach einer Ausweitung der Gespräche auf das Raketenprogramm jedoch zunächst eine Absage. Diese Position lässt das Schreckgespenst eines direkten Konflikts oder einer Blockade der Straße von Hormus zumindest kurzfristig verschwinden. Dennoch sind die Spannungen weiterhin spürbar. Beispielsweise beordern die Vereinigten Staaten einen zweiten Flugzeugträger in den Nahen Osten.
Metalle: Der Sektor der Edelmetalle zeigt sich nach wie vor hochvolatil. Silber gab um etwa 2,50% nach, während sich die Feinunze Gold mit einer Wochenperformance nahe null besser behaupten konnte. Der Goldpreis profitierte von den jüngsten, unter den Erwartungen liegenden Inflationszahlen und stabilisierte sich bei rund 5.000 USD. Bei den Industriemetallen fiel der Preis der Tonne Kupfer in London auf rund 12.875 USD (Spotpreis).
Agrarrohstoffe: Nun hat es nach dem Kaffee- auch den Kakaopreis erwischt: Infolge der schleppenden Nachfrage nach Kakao häufen sich die Vorräte an und der Preis gerät unter Druck. Diese Woche gab er um rund 10% nach. In Chicago hat das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) seine Schätzung der weltweiten Mais- und Weizenvorräte nach unten korrigiert. Die Preise tendierten gegenüber der letzten Woche weitgehend seitwärts. Der Scheffel Weizen wird aktuell mit rund 550 Cent gehandelt, der Scheffel Mais mit etwa 431 Cent (Kontrakt mit Fälligkeit März 2026).
Makroökonomie
Marktstimmung: Die von uns bereits in der vergangenen Woche thematisierte Sektorrotation ist am US-Markt weiter in vollem Gange. Im Zweifelsfall suchen die Anleger nach den nächsten möglichen Opfern des KI-Booms. Andererseits fällt es ihnen aber auch schwer, zukünftige Profiteure dieser Entwicklung auszumachen. Auf makroökonomischer Ebene brachten die Arbeitslosenzahlen kaum weitere Klarheit: Einerseits wurden die Zahlen für die Schaffung von Arbeitsplätzen für das Gesamtjahr 2025 deutlich nach unten korrigiert, was Befürchtungen hinsichtlich einer weit unter den Erwartungen liegenden Marktdynamik aufkommen lässt. Andererseits lagen die Zahlen für Januar deutlich über dem prognostizierten Niveau. Erst am Freitag gab die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex Anlass zu etwas mehr Zuversicht: Die Inflation sank im Jahresvergleich um 0,3 Prozentpunkte auf 2,4% – erwartet worden waren dagegen 2,5%. Die US-Notenbank Fed hat also möglicherweise Spielraum für eine weitere Zinssenkung.
Kryptowährungen: Für den Bitcoin verlief auch diese Woche schwierig. Mit einem Rückgang von 4,3% im Wochenverlauf auf rund 67.000 USD ist der BTC auf bestem Weg, auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2024 zurückzufallen. Seit Jahresbeginn musste er bereits 25% abgeben. Die ersten beiden Monate dieses Jahres brachten ein kräftiges Minus: Im Januar verlor der BTC 10%, im Februar nochmals 14,7% – eine in der Geschichte der marktführenden Kryptowährung noch nie dagewesene Entwicklung. Seit Oktober 2025 hat sich das in den Bitcoin-Spot-ETFs verwaltete Gesamtvermögen von über 164 Mrd. USD auf in dieser Woche verzeichnete 82 Mrd. USD halbiert. Ein klares Zeichen, dass die an den Märkten herrschende Risikoaversion, von der in erster Linie die Kryptowährungen betroffen sind, deutlich spürbar ist. Dem BTC folgten auch andere wichtige Kryptowährungen: So fiel der Ether (ETH) um 5,6% auf rund 1.950 USD, der Solana (SOL) gab um 7,6% auf 80 USD nach, und der XRP sank um 4% auf 1,37 USD. Die Gesamtkapitalisierung des Kryptomarktes hat sich seit ihrem Höchststand im Oktober ebenfalls fast halbiert, und zwar von 4,270 Bio. USD auf aktuell 2,280 Bio. USD.
Ausblick
Die Berichtssaison geht in ihre nächste Runde. In Europa veröffentlichen in der nächsten Woche unter anderem BAE Systems, Nestlé, Hochtief, Airbus und Sika ihre Zahlen. In den Vereinigten Staaten sind Walmart, Booking, Analog Devices und Deere an der Reihe.
Auf makroökonomischer Ebene dürfte der kommende Mittwoch mit den Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA und dem Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung die aufschlussreichsten Informationen liefern.
Die nächste Woche weicht vom gewohnten Ablauf ab, denn in den Vereinigten Staaten ist der Montag ein Feiertag. Die Märkte auf dem chinesischen Festland bleiben wegen des Mondneujahrs die ganze Woche geschlossen und öffnen erst wieder am Dienstag, 24. Februar. Aus demselben Grund macht Hongkong von Dienstag, 17. Februar, bis einschließlich Donnerstag, 19. Februar, Pause.