Global Markets Sunday News
Tops der Woche
Soitec +41,49 %: Der virale Post eines Influencers auf X, der eigenen Angaben zufolge eine sehr große Soitec-Position hält, hat für spekulative Käufe bei dem Substrat-Hersteller gesorgt. Dem Post zufolge soll dieser über ein Monopol bei SOI-Substraten für Photonik und KI verfügen.
BE Semiconductor +18,43 %: Gerüchte um die Übernahme durch Lam Research oder Applied Materials geben der Aktie des niederländischen Chip-Spezialisten Auftrieb, dessen Hybrid-Bonding-Technologie zu einem strategischen Engpass für die KI-Halbleiterindustrie geworden ist.
Wacker Chemie +19,7 %: Ein über den Analystenschätzungen liegender Ausblick für 2026 und starke Investitionskürzungen schickten den Kurs des deutschen Spezialchemieunternehmens auf einen Höhenflug. Das Kostensenkungsprogramm PACE wirkt sich positiv auf die Rentabilität aus, auch wenn das Unternehmen keine Dividende ausschüttet.
JCDecaux +18,25 %: Ein Cashflow auf Rekordniveau, der schon 2025 die für 2026 anvisierten Ziele übertrifft, sowie ein weit über den Analystenschätzungen liegender Ausblick für das 1. Quartal sorgen für Kurssteigerungen beim Weltmarktführer für Außenwerbung, der seine Dividende erhöht und bekannt gegeben hat, dass das Unternehmen nicht zuletzt dank der Olympischen Winterspiele in China wieder wächst.
Zalando +15,85 %: Die Erwartungen übertreffende Ergebnisse für das 4. Quartal und ein Aktienrückkaufprogramm, das mit einem Volumen von 300 Mio. EUR um einen Faktor 4 über den Analystenschätzungen liegt, geben dem europäischen Online-Einzelhandelsriesen Auftrieb, der KI eher als Wachstumschance denn als Bedrohung sieht.
Accelleron Industries +10,13 %: Über den Analystenschätzungen liegende Ergebnisse und ein Aktienrückkaufprogramm über 100 Mio. CHF bescheren dem Schweizer Spezialhersteller von Turboladern für Großmotoren ein kräftiges Kursplus. Das Unternehmen hebt seine Dividende an und rechnet mit einem starken, von den Datenzentren getragenen Wachstum.
OHB +7,08 %: Die Gerüchte um ein Konsortium mit Airbus und Rheinmetall zur Herstellung von mit Starlink vergleichbaren militärischen Satelliten beflügeln die Aktie des Bremer Satellitenherstellers. Der milliardenschwere Vertrag sieht die Ausrüstung der Bundeswehr mit mindestens 100 Satelliten bis 2029 vor.
Nebius Group +26,44 %: Nvidia hat Investitionen in Höhe von 2 Mrd. EUR in das Unternehmen angekündigt, mit dem man gemeinsam eine Cloud-Infrastruktur für die Ära der KI-Agenten aufbauen wolle. Damit avanciert Nebius zu einem zentralen Akteur im Neocloud-Segment.
Flops der Woche
Cosmo Pharmaceuticals -18,99 %: Das Spezialpharmaunternehmen wurde nach enttäuschenden Jahresergebnissen für 2025 abgestraft. Das Schweizer Unternehmen hat einen starken Umsatzrückgang bekannt gegeben. Ursachen der negativen Marktreaktion waren fehlende neue große Vertriebsvereinbarungen und als zu vorsichtig empfundene Prognosen für das kommende Jahr.
Canal + -23,11 %: Beim Blick auf die Ergebnisse des Medienhauses bietet sich ein gemischtes Bild. Auch wenn sich die Rentabilität deutlich verbessert hat, war das Umsatzwachstum im 4. Quartal für die Anleger eine Enttäuschung. Die Integration von MultiChoice und der Plan für die Entwicklung des Afrikageschäfts sind aus Anlegersicht noch mit zu vielen Fragezeichen behaftet, um für Kursphantasien zu sorgen.
Rotork -15,2 %: Der britische Marktriese verzeichnete nach der Veröffentlichung solider Umsätze und Gewinne für 2025 zunächst Kurszuwächse, aber der eingetrübte Ausblick für den Öl- und Gassektor hat die Aktie in Mitleidenschaft gezogen.
Kinnevik -15,9 %: Die Wertpapierfirma brach am Montag nach der Veröffentlichung des Berichts eines Leerverkäufers ein. Kinnevik hat die Behauptungen anschließend zurückgewiesen und mitgeteilt, das Dokument enthalte mehrere Ungenauigkeiten. Aus Sicht der Kanzlei Ningi wirft diese Antwort neue Fragen auf, was den Druck auf die Aktie verstärkt.
ID Logistics -11,78 %: Die Aktie des Kontraktlogistik-Unternehmens gab nach, da die Veröffentlichung der Jahresergebnisse für ein sehr negatives Marktecho gesorgt hatte. Trotz steigender Umsätze ist der negative freie Cashflow nicht wegzudiskutieren. Ursächlich dafür sind der Working-Capital-Bedarf, der sich ungünstiger entwickelt hat als erwartet, sowie deutlich über den Erwartungen liegende Investitionsausgaben.
Eurazeo -8,68 %: Das europäische Beteiligungsunternehmen bekommt die am Markt herrschende Skepsis in Bezug auf den Private-Equity-Sektor trotz eines operativ soliden Jahres 2025 zu spüren. Die Investmentgesellschaft verzeichnet einen Anstieg des verwalteten Vermögens und einen Rekordzufluss, der vor allem auf das Private-Equity-Segment zurückzuführen ist.
Fair Isaac -23,36 %: Der Anbieter von Analytics-Software leidet unter der Einführung einer Niedrigpreisstrategie durch seine Konkurrenten (Equifax, Experian und TransUnion) auf der Basis von VantageScore 4.0. Damit machen diese dem Scoring-System von Fair Isaac bei Hypothekenkrediten direkte Konkurrenz
Rohstoffe
Energie: Die Lage an den Ölmärkten ist zunehmend angespannt. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich diese Woche um fast 10% auf rund 101 USD pro Barrel. Der Preis der US-Referenzsorte WTI, die weniger empfindlich auf geopolitische Spannungen reagiert, stieg um 6% auf rund 95 USD. Der Grund für diesen Anstieg liegt auf der Hand: die anhaltende Blockade der Straße von Hormus. Die Ölförderstaaten am Persischen Golf können ihr Rohöl nicht mehr wie üblich exportieren und ihre Lagerinfrastrukturen füllen sich rasant. Deshalb drosseln mehrere Ölstaaten wie Irak, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und auch Saudi-Arabien ihre Förderung. Angesichts der angespannten Angebotssituation greifen die Regierungen zu Notmaßnahmen. So kündigte die Internationale Energieagentur die Rekordfreigabe von 400 Millionen Barrel aus der strategischen Reserve an. Gleichzeitig setzte die US-Regierung gewisse Wirtschaftssanktionen gegen russisches Öl für 30 Tage, bis zum 11. April, aus. Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese Maßnahmen die Märkte zwar vorübergehend beruhigen können, das eigentliche Problem aber nicht lösen. Die Nutzung der strategischen Reserven hilft nur kurzfristig. Ein nachhaltiger Ölpreisrückgang hängt dagegen nur von einer Bedingung ab: der Wiederöffnung der Straße von Hormus. Die Preise an den Märkten werden so lange hoch bleiben, bis das Rohöl wieder über diese Wasserstraße transportiert werden kann.
Metalle: Der Aluminiumpreis ist wegen der Risiken für das weltweite Angebot stark gestiegen. Dagegen drückt der stärkere Dollar auf den Gold- und Kupferpreis. Aluminium erreichte bei über 3.500 USD den höchsten Stand seit April 2022. Der Konflikt im Nahen Osten ist eine unmittelbare Gefahr für die Produktion. Denn auf diese Region entfallen ca. 10% des weltweiten Aluminiumangebots. Der Goldpreis kommt trotz der geopolitischen Spannungen kaum von der Stelle. Das Edelmetall notiert im Bereich von 5.100 USD je Feinunze. Der Anstieg des Ölpreises auf über 100 USD lässt die Inflationsängste wiederaufflammen. Dieses wirtschaftliche Narrativ dürfte die US-Notenbank Fed dazu veranlassen, ihre Zinssenkungen zu verschieben. Gleichzeitig stärkt dieser geldpolitische Kontext den US-Dollar. Ein starker Dollar macht Gold für Käufer aus anderen Währungsräumen teurer, was wiederum die Nachfrage dämpft.
Agrarrohstoffe: Die Preise für Agrarrohstoffe tendieren an der Börse in Chicago aufwärts. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der steile Ölpreisanstieg lassen die Preise für Soja, Weizen und Mais steigen. Der Scheffel Weizen wird aktuell mit rund 600 Cent gehandelt, der Scheffel Mais mit etwa 460 Cent und Soja kletterte auf 1.217 Cent (Kontrakt mit Fälligkeit Mai 2026).
Kryptowährungen: Trotz eines nicht allzu vielversprechenden Marktumfelds für Risikoanlagen steuerte der Bitcoin auf seine beste Woche seit September 2022 zu. Der Marktführer unter den Kryptowährungen verzeichnet seit Montag ein Plus von 9% und näherte sich wieder der Marke von 72.000 USD an. Die Bitcoin-Spot-ETFs zeigten ihrerseits seit Anfang der Woche Nettozuflüsse von mehr als 400 Mio. USD. Der BTC muss trotz allem seit Anfang des Jahres 2026 ein Minus von 17% hinnehmen. Auch bei der zweitgrößten Kryptowährung am Markt, dem Ether (ETH), ist ein ähnlicher Trend zu beobachten. Dieser war mit einem Plus von 9% und dem erneuten Sprung über die Marke von 2.000 USD auf gutem Weg zu seiner besten Woche seit September 2025. Die beiden weltgrößten Crypto-Treasury-Unternehmen haben diese Hausse mit befeuert. Michael Saylor, Chef von Strategy, setzt weiterhin massiv auf den Bitcoin und hat am 9. März 2026 nochmals 1.360 BTC gekauft – ein Rekord. Thomas Lee setzt seinerseits seine Hausse-Strategie in Bezug auf den Ether über Bitmine Immersion Technologies fort, das den Kauf von 60.976 ETH im Wert von 128 Mio. USD angekündigt hat. Eines ist sicher: Trotz eines noch instabilen Marktumfelds halten die Crypto-Treasury-Unternehmen unbeirrbar an ihrer Strategie fest, auch wenn sie sich damit ihrem größten Risiko aussetzen: einem massiven Einbruch der Kryptowährungen, der den Wert ihrer Reserven zusammenschmelzen lassen und ihr Geschäftsmodell unter Druck setzen würde.