Global Markets Sunday News
Tops der Woche
Trustpilot +34,01 %: Die Aktie der Online-Bewertungsplattform legte nach Veröffentlichung von „5-Sterne“-Zahlen kräftig zu. Das Geschäftsjahresergebnis hat sich mehr als vervierfacht. Dazu trugen nicht zuletzt KI-Suchtools bei, die zu einem Anstieg der Klicks auf die Website um 1.490% führten und die Bedeutung des Unternehmens als wichtige Datenquelle für KI-Modelle unterstrichen.
Springer Nature +20,63 %: Dank vielversprechender Geschäftszahlen konnte der Verlag Kursgewinne verbuchen. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3% gestiegen. Gleichzeitig kamen dem Unternehmen die positiven Empfehlungen, insbesondere von der Deutschen Bank und von Barclays, zugute.
Exail +15,83 %: Der französische Hersteller von maritimen Drohnen überraschte mit vielversprechenden Zahlen. Der freie Cashflow übertraf die Anlegererwartungen deutlich. Zudem bestätigte das Unternehmen den Ausblick für 2026 mit einem voraussichtlichen Wachstum im zweistelligen Prozentbereich. Zur positiven Entwicklung trug darüber hinaus die angekündigte Einziehung von Aktien bei, die eine Herabsetzung des Kapitals zur Folge hat.
Equinor +16,52 %: Der Ölkonzern profitierte ebenso wie seine Mitbewerber aus der Branche von den höheren Gaspreisen, die sich direkt im Umsatz niederschlagen. Angesichts der kürzlichen Entdeckungen glänzte das norwegische Unternehmen darüber hinaus mit einem starken Ausblick zur Fördermenge. Weitere Kurstreiber sind das Engagement im Gasgeschäft sowie Aktienrückkäufe.
Commerzbank +2,5 %: Nach dem von der UniCredit vorgelegten öffentlichen Übernahmeangebot in eigenen Aktien profitiert die deutsche Großbank von erneuten Spekulationen. Der Markt rechnet nun mit einer Aufwärtskorrektur der Offerte. Die Anleger spekulieren auf einen angemessenen Aufschlag auf das Unicredit-Angebot, der die Aktionäre und den Vorstand der Commerzbank überzeugen soll.
Flops der Woche
Amplifon -20,44 %: Der Hörgeräte-Riese musste einen Kurseinbruch hinnehmen, denn die Anleger beurteilen die Konditionen für die Übernahme der Hearing-Sparte des dänischen Technologiekonzerns GN Store Nord sehr skeptisch. Der Deal ist zwar strategisch bedeutsam, aber dennoch kostenträchtig. Die Analysten von Barclays und Jefferies stuften daraufhin ihre Einschätzung von Kaufen auf Neutral herab.
Inwit -19,65 %: Die Aktie des italienischen Mobilfunk-Sendemastbetreibers begab sich auf Talfahrt, nachdem TIM und Fastweb, eine Tochtergesellschaft der Telecom, eine Vereinbarung über den Bau von fast 6.000 Masten in Italien bekannt gegeben hatten. Daraufhin korrigierte Inwit am Donnerstag den Ausblick für 2026 nach unten.
Indra Sistemas -15 %: Der spanische Rüstungskonzern verlor an Boden, nachdem bekannt wurde, dass Escribano Mechanical and Engineering (EM&E) von den Plänen für eine Übernahme durch Indra Abstand genommen hat. EM&E begründete die Absage mit aus seiner Sicht ungünstigen Konditionen für die Übernahme.
Hermès -12,64 %: Die Aktie des Pariser Luxusgüterkonzerns schwächelte, da die Finanzgruppe Oddo BHF ihre Ergebnisprognose für Hermès nach unten korrigiert und das Kursziel entsprechend angepasst hatte.
TOPS – USA
Lumentum +13,47 %: Der Optoelektronik-Spezialist präsentierte eine bahnbrechende optische Interconnect-Lösung zur Unterstützung der KI-Infrastruktur. Laut Morgan Stanley dürfte Lumentum weiterhin von einer steigenden Nachfrage profitieren.
Ciena +13,79 %: Das Unternehmen sorgte auf der OFC 2026 für Aufmerksamkeit, denn seine Innovationen definierten die Möglichkeiten moderner Netze neu. Dies festigt die Position von Ciena als Zulieferer von KI-Infrastrukturlösungen der neuesten Generation.
FLOPS – USA
Tencent Music -28,89 %: Das Unternehmen gab diese Woche einen Rückgang der Nutzerzahlen um 5% sowie einen Anstieg der Kosten bekannt. JP Morgan und Benchmark Company senkten ihre Empfehlungen auf neutral.
Wheaton Precious Metals -18,24 %: Die Talfahrt des Goldpreises zog den Kurs von Goldminenbetreibern mit in die Tiefe. Seit dem Hochstand vom 28. Januar verlor der Titel 16,7%. Agnico gab um 12% nach, Coeur Mining um 15%.
Rohstoffe
Energie: Eine weitere Woche mit angespannten Rohölmärkten, an denen nach der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten hohe Nervosität herrscht. So haben die israelischen Streitkräfte das Erdgasfeld South Pars attackiert, aus dem 70% der iranischen Gasmengen stammen. Daraufhin hat Teheran Energieanlagen seiner Nachbarländer beschossen. Die Angriffe des Iran haben den katarischen Industriekomplex Ras Laffan, die weltweit größte Anlage für den Export von Flüssigerdgas (LNG), schwer getroffen. Auch Ölraffinerien in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Straße von Hormus, eine für Öl- und Gasexporte aus der Region unverzichtbare Schifffahrtsroute, ist nach wie vor blockiert – bei nur begrenzten Ausweichmöglichkeiten. Der Irak hat die Ausfuhr von 250.000 Barrel pro Tag über eine Pipeline in die Türkei wieder aufgenommen. Dieses Volumen ist jedoch angesichts der enormen im Golf blockierten Ölmengen praktisch zu vernachlässigen. Angesichts der Seeblockade und um eine Überlastung der Lagerkapazitäten zu vermeiden, drosseln große Förderländer wie Saudi-Arabien, der Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait derzeit ihre Produktion um mehrere Millionen Barrel pro Tag. Vor diesem Hintergrund zeigt sich am Markt ein erheblicher Preisunterschied zwischen den beiden weltweiten Referenzsorten. Die Nordseesorte Brent notiert aktuell bei rund 108 USD je Barrel. Zwischenzeitlich hatte der Preis diese Woche sogar 118 USD erreicht. Der Brent-Preis hängt in hohem Maße von der Produktion im Nahen Osten und dem internationalen Seefrachtverkehr ab. Darin sind also die aktuellen geopolitischen Risiken voll eingepreist. Dagegen blieb die US-Referenzsorte WTI unter der Marke von 100 USD und schloss bei rund 96 USD je Barrel. Der WTI-Preis spiegelt die Situation am US-Binnenmarkt wider. Die US-Fördermengen sind noch stabil und von der Blockade der Straße von Hormus nicht betroffen.
Metalle: Metalle entwickelten sich diese Woche rückläufig. Bei Gold könnte das auf den ersten Blick überraschen, da doch die geopolitischen Spannungen die Nachfrage nach diesem sicheren Hafen ankurbeln müssten. Allerdings lassen die explodierenden Energiepreise die Ängste vor einer erneut anziehenden weltweiten Inflation wieder aufflammen. Folglich zeigten sich die Zentralbanken im Hinblick auf eine geldpolitische Lockerung äußerst vorsichtig. Dieses makroökonomische Umfeld stärkt den US-Dollar und setzt die Preise für Edel- und Industriemetalle unter Druck. Der Preis für eine Feinunze Gold sank auf etwa 4.620 USD. In London musste Kupfer den größten wöchentlichen Kursverlust seit nahezu einem Jahr hinnehmen. Spot-Kontrakte verzeichneten an der London Metal Exchange diese Woche einen Rückgang um rund 5% auf etwa 12.146 USD je Tonne.
Agrarrohstoffe: In Chicago zeigten Agrarrohstoffe zum Ende der Woche ein gemischtes Bild. Die Spannungen im Nahen Osten und die Schwankungen beim Ölpreis haben unmittelbare Auswirkungen auf die Märkte. Soja verbuchte im Wochenverlauf einen deutlichen Rückgang, Weizen gab ebenfalls nach und der Maispreis blieb stabil.
Kryptowährungen: Nach einem Kursplus von 10% in der vergangenen Woche rutschte der Bitcoin (BTC) seit Montag wieder um 3,5% ab und notiert nun erneut nahe der Marke von 70.000 USD. Dabei hatte die Woche mit einem Plus von 4% an den ersten beiden Tagen noch gut begonnen, bevor es ab Mittwoch zu einer deutlichen Trendwende kam. Der BTC folgte dabei sehr eng der Entwicklung des S&P 500, dem wichtigsten US-Aktienindex und wahren Gradmesser der weltweiten Finanzmärkte. Die Kursentwicklung des BTC hängt also nach wie vor stark vom Klima auf den traditionellen Märkten ab, und das dortige Umfeld ist seit der Eskalation der Lage im Nahen Osten Ende Februar alles andere als günstig. Noch ausgeprägter war die Volatilität bei der zweitgrößten Kryptowährung auf dem Markt, dem Ether (ETH). Nach einem Anstieg um 10% vom Montag auf den Dienstag drehte er am Freitag mit einem Rückgang von 2% auf rund 2.150 USD wieder ins Minus. Ähnliche Entwicklungen waren bei den anderen wichtigen Kryptowährungen zu beobachten: Der Binance Coin (BNB) gab 4,8% ab, der Solana (SOL) verlor 3,4% und der XRP büßte 1% ein. Insgesamt ist die Kapitalisierung des Kryptomarktes seit ihrem Höchststand im Oktober 2025 um 45% gefallen und liegt aktuell bei 2,400 Bio. USD. Davon entfallen allein 58% auf den Bitcoin und 11% auf den Ether.