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- 29. August 2025
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Global Markets Sunday News
Stunde der Wahrheit für Nvidia
An den Märkten blieb es im Vorfeld der Rede von Fed-Chef Jerome Powell in Jackson Hole diese Woche relativ ruhig. Die europäischen Börsen legten dennoch leicht zu, während die Wall Street infolge einer Korrektur der Technologiewerte nachgab.
Tops der Woche
Dayforce +30,86 %: Eigenen Angaben zufolge befindet sich der HR-Softwareanbieter in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Übernahme durch den Private-Equity-Fonds Thoma Bravo auf Basis eines Preises von 70 USD je Aktie.
Vestas +19,9 %: Wie der gesamte Sektor profitiert die weltweite Nr. 1 der Windenergiebranche von neuen steuerlichen Rahmenbedingungen in den USA. Diese sehen klarere Regelungen vor und fallen vor allem günstiger aus als erwartet – insbesondere in Bezug auf Steuergutschriften.
Novo Nordisk +11,66 %: Nach mehreren positiven Meldungen, darunter die erteilten FDA-Zulassungen für Wegovy und für das Medikament zur Behandlung der metabolischen dysfunktionsassoziierten Steatohepatitis (MASH), versucht sich der dänische Pharmakonzern an einem Befreiungsschlag.
Palo Alto Networks +4,96 %: Das Unternehmen hat für das 4. Quartal solide Zahlen und für 2026 einen über Erwarten positiven Ausblick vorgelegt. In der Folge zeigten sich die Anleger trotz der Übernahme von CyberArk für 25 Mrd. USD von der Solidität des Wachstums überzeugt.
UnitedHealth +1,12 %: Die von Berkshire Hathaway erworbene Beteiligung an dem Krankenversicherer in Höhe von 1,57 Mrd. USD ließ den Kurs in die Höhe schnellen. Für Warren Buffett ein geradezu typisches Investment, denn er ist für sein Interesse an vom Markt vorübergehend vernachlässigten Qualitätsunternehmen bekannt
Flops der Woche
WH Smith -34,23 %: Nachdem eine externe Prüfung ergeben hatte, dass die Zahlen für Nordamerika – den zweitgrößten Markt des Unternehmens – zu hoch angesetzt waren, senkte die britische Buchhandelskette ihren Ausblick für das Gesamtjahr. Zum Wochenschluss hielt sich der Kursverlust allerdings in Grenzen.
CTS Eventim -16,59 %: Nach Veröffentlichung der Halbjahreszahlen befindet sich der europäische Marktführer für Ticketing und Eventmanagement in einer schwierigen Lage. CTS Eventim sieht sich mit steigenden Kosten konfrontiert, die dem makroökonomischen Umfeld und den Mehrkosten der Integration der jüngsten Übernahmen geschuldet sind. Das EBITDA lag 23% unter den Analystenschätzungen.
Palantir -10,4 %: Der Titel begab sich diese Woche auf Talfahrt und büßte trotz solider Zahlen und des durch KI angekurbelten Wachstums sein jüngst erreichtes Rekordniveau wieder ein, denn die Anleger halten die Bewertung im Vergleich zu anderen Technologieriesen für überhöht.
Alcon -6,72 %: Das auf Augenheilkunde spezialisierte Unternehmen hat seinen Ausblick in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal nach unten angepasst. Der Konzern ist zwar in seinem Markt gut aufgestellt, leidet jedoch im laufenden Quartal unter dem schwierigen Umfeld für Augenoperationen sowie den Auswirkungen der Zollpolitik.
Walmart -3,17 %: Zum ersten Mal seit 13 Quartalen verfehlte der Einzelhandelsriese beim Gewinn je Aktie die Erwartungen. Hierfür ausschlaggebend waren hohe außerordentliche Kosten.
Applied Materials +0,45 %: Trotz eines besser als erwartet ausgefallenen 3. Quartals legte das Unternehmen einen überaus enttäuschenden Ausblick für das 4. Quartal vor. Das Management verwies auf die volatile Nachfrage in China, die Zeitplanung der. Halbleiterhersteller und ein unsicheres makroökonomisches Umfeld
Rohstoffe
Energie: Wohin die Reise am Ölmarkt in naher Zukunft geht, ist kaum abzusehen und hängt nach wie vor von den Verhandlungen über den Ukraine-Konflikt ab. Nach der anfänglichen Begeisterung über ein mögliches Treffen zwischen Selenskyj und Putin scheint eine Waffenruhe angesichts der aktuellen Spannungen, insbesondere der jüngsten russischen Angriffe auf die Ukraine, in weitere Ferne gerückt zu sein. Die Sanktionen gegen russisches Öl könnten daher verschärft werden, wenngleich auch in dieser Hinsicht Unsicherheit über die Position der USA gegenüber Moskau besteht. Die Ölpreise legten derweil zu: Die Nordseesorte Brent notiert bei 67,60 USD, das US-Pendant WTI verteuerte sich auf 63,50 USD.
Metalle: Der Preis für eine Tonne Kupfer hielt sich diese Woche in London stabil bei 9.724 USD (Spotpreis). Trotz des sprunghaften Anstiegs des Dollars profitierten Industriemetalle von dem soliden US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe für den Monat August. Auf der Angebotsseite warten die Marktteilnehmer ab, ob der Kupferproduzent Codelco nach dem Unfall in der Mine El Teniente seine Produktionsprognosen korrigiert. Im Segment Edelmetalle verharrte der Goldpreis im Laufe der Woche bei rund 3.330 USD. Auch hier blieben die Anleger angesichts fehlender Katalysatoren im Vorfeld des Notenbanktreffens in Jackson Hole bei ihrer abwartenden Haltung.
Agrarprodukte: Getreide setzte in Chicago zu einer technischen Erholung an. Aufgrund des Überangebots ist jedoch weiterhin eher eine Abwärtstendenz erkennbar. Ein Scheffel Weizen kostet aktuell ca. 528 Cent (Kontrakt mit Fälligkeit im Dezember 2025). Auch Mais verteuerte sich und notiert nun bei 411 Cent (Fälligkeit Dezember 2025).
Makroökonomie
Marktstimmung: Manchmal muss man geduldig sein. Ungeachtet einiger widersprüchlicher US-Konjunkturdaten nahmen die Anleger in Erwartung der Äußerungen von Jerome Powell in Jackson Hole eine vorsichtige Haltung ein. Somit ging es für die US-Indizes bis Freitagnachmittag unaufhaltsam bergab. Ein paar Zauberworte bewirkten dann eine Trendumkehr und eine Rally kurz vor Börsenschluss, um die Woche doch noch im Plus beenden zu können. Der Präsident der US-Notenbank Fed sprach von einer Anpassung der Geldpolitik angesichts der Arbeitsmarktdaten. Im Klartext: Eine Zinssenkung im September scheint ausgemacht.
Kryptowährungen
Kryptowährungen: Im Zuge der Talfahrt der US-Technologiewerte verlor der Bitcoin 4,6%. Dieser Abwärtstrend schlug sich auch direkt in den Bitcoin-Spot-ETFs nieder. Diese verzeichneten seit Wochenbeginn Nettoabflüsse von über 1 Mrd. USD. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich für weitere wichtige Kryptowährungen: Der Ether (ETH) fiel um 4,9% auf 4.250 USD, der XRP rutschte um 8,7% auf 2,81 USD ab und Solana (SOL) sank um 6,45% auf 178 USD. Michael Saylor hat unterdessen Abstand von seinem Versprechen genommen, keine Aktien mehr auszugeben, sollte der Kurs unter ein bestimmtes Niveau fallen. Strategy benötigt also offenbar weitere Liquidität, obwohl der Titel seit seinem Höchststand im November über 20% eingebüßt hat, während der Bitcoin im selben Zeitraum 23% hinzugewann. Einige Anleger fragen sich nun, ob der historische Aufschlag, der die Stärke des Modells ausmachte, nicht allmählich zu bröckeln beginnt.
Ausblick
Zum Ende des Urlaubsmonats August kehren die Marktteilnehmer und auch die meisten Mitarbeiter von MarketScreener ab nächster Woche wieder zurück. Was könnte es Schöneres zur Begrüßung geben als die Ergebnisse von Nvidia, die Mittwochabend erwartet werden. Ein weiteres wichtiges Ereignis wird kommenden Freitag die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisinflation sein, der von der Fed bevorzugte Indikator für die Teuerungsrate. Das aktuelle Basisszenario einer Zinssenkung durch die Federal Reserve im September könnte durch diese eine Kennzahl jedoch wieder infrage gestellt werden.